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Veranstaltungen

Der Lehrstuhl bietet regelmäßig wissenschaftliche Veranstaltungen an. Besonders hinzuweisen ist die auf Veranstaltungsreihe der Jenaer Medienrechtlichen Gespräche.
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Foto: Roberto Jüttner

Jenaer Medienrechtliche Gespräche

Übersicht JMRG Foto: TLM Erfurt

Zur Veranstaltungsreihe

Bei den Jenaer Medienrechtlichen Gesprächen handelt es sich um eine Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit mit der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM). 

Die Jenaer Medienrechtlichen Gespräche widmen sich aktuellen Entwicklungen und Fragen des Medienrechts. Die Veranstaltungsreihe bietet eine Plattform zur wissenschaftlichen Diskussion über die Grenzen einzelner Fachbereiche hinweg. Sie verfolgt dabei zugleich das Ziel, den Austausch und den Dialog zwischen Praxis und Wissenschaft zu fördern.

Möchten Sie regelmäßig über die Jenaer Medienrechtlichen Gespräche informiert werden? Dann genügt eine E-Mail.

10. Jenaer Medienrechtliche Gespräche (online) Inhalt einblenden

Die 10. Jenaer Medienrechtlichen Gespräche finden online am 19. November 2020 ab 16.00 Uhr statt.

Geheimnisschutz und Whistleblowing

Die Berichterstattung durch Medien kollidiert häufig mit den Geheimhaltungsinteressen Dritter. Einerseits muss die Rechtsordnung Geheimnisse, insbesondere Privat-, Geschäfts-, Dienst- oder Staatsgeheimnisse, schützen. Andererseits darf ein Geheimnisschutz nicht dazu führen, dass Informationen über Fehlverhalten und Rechtsverstöße, die typischerweise im Verborgenen erfolgen, nicht aufgedeckt werden können. Deswegen schützt die Rechtsordnung zugleich Whistleblower, die vertrauliche Informationen über Rechtsverletzungen offenbaren.

Whistleblower sind zudem eine wichtige journalistische Informationsquelle. Vor allem investigativer Journalismus ist oft auf Personen angewiesen, die vertrauliche Informationen weitergeben. Hier stellt sich nicht nur die Frage des rechtlichen Umgangs mit Whistleblowern, sondern auch das Problem des Schutzes der journalistischen Informationsquellen. Selbst wenn Medien Informationen rechtswidrig gewinnen, dürfen sie diese Informationen nach der Rechtsprechung unter bestimmten Voraussetzungen veröffentlichen.

Im deutschen Recht finden sich im Gesetz zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen (GeschGehG) erstmals Regelungen, die das Konfliktfeld zwischen dem Schutz von Geschäftsgeheimnissen und Medientätigkeit näher regeln. Zudem hat die Europäische Union eine Whistleblower-Richtlinie verabschiedet, die bis Ende 2021 in das nationale Recht umzusetzen ist.

Die 10. Jenaer Medienrechtlichen Gespräche von Friedrich-Schiller-Universität und Thüringer Landesmedienanstalt gehen dem komplexen Spannungsfeld zwischen Geheimnisschutz, Whistleblowing und Medientätigkeit nach. Die Veranstaltung findet online statt und bietet die Möglichkeit zur interaktiven Beteiligung. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung per E-Mail ist bis zum 16.11.2020 erbeten. Alle angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten die erforderlichen Zugangsdaten per E-Mail.

Programm

  • 16.00 Uhr Eröffnung: Jochen Fasco, TLM Erfurt, und Prof. Dr. Christian Alexander, FSU Jena
  • 16.20 Uhr Whistleblowing und Journalismus im digitalen Umfeld: Prof. Dr. Tobias Gostomzyk, TU Dortmund
  • 16.40 Uhr Schutz von Geschäftsgeheimnissen und Handlungsfreiräume für Medien: Prof. Dr. Ronny Hauck, HU Berlin
  • 17.00 Uhr Journalistische Erfahrungen: Ilka Brecht, Redaktionsleiterin Frontal 21 (ZDF), Berlin
  • 17.20 Uhr Nachfragen und Diskussion: Moderation: Prof. Dr. Christian Alexander

Kontakt/Anmeldung

Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht und Medienrecht | Rechtswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena | Carl-Zeiß-Str. 3, 07743 Jena | Telefon: +49 (0)3641 942-100 | E-Mail: ls-alexander@uni-jena.de

Ergänzende Informationen

9. Jenaer Medienrechtliche Gespräche Inhalt einblenden

Die 9. Jenaer Medienrechtlichen Gespräche fanden am 28. Mai 2019 in der Rosensälen der Friedrich-Schiller-Universität Jena statt.

Influencer – Vom Privatvergnügen zum Wirtschaftsunternehmen

Influencer sind Menschen, die andere Menschen beeinflussen. Dieser Einfluss kann sämtliche Lebensbereiche umfassen, beispielsweise Bekleidung, Ernährung, Freizeitgestaltung, Kosmetik bis hin zu Reisen, Technik und sonstigen Vorlieben. Mit der zunehmenden Verbreitung von digitalen Plattformen und sozialen Netzwerken kann nicht nur jeder Nutzer beliebig vielen Influencern folgen, sondern praktisch jeder kann selbst zu einem Influencer werden. Facebook, Instagram, Snapchat, Twitter, YouTube & Co bieten die technische Grundlage, um Menschen weltweit zu erreichen. Aus einem Privatvergnügen kann ein erfolgreiches Geschäftsmodell werden.

Influencer lassen ihre Follower durch regelmäßige Blogeinträge, Foto- und Video-Posts usw. am alltäglichen Leben und an eigenen Erfahrungen teilhaben. Ihre Aussagen, Meinungen und ihr Verhalten können für die Follower eine Vorbildfunktion entfalten und deren Anschauungen, Bedürfnisse und Konsumverhalten maßgeblich prägen. Für Unternehmen bieten Influencer eine hervorragende Möglichkeit, einzelne Zielgruppen zu erreichen, Werbebotschaften wirksam zu verankern und die Streuverluste unspezifischer Werbung zu vermeiden. Influencer sind ideale Multiplikatoren und Meinungsführer für Produkte, das Image und sonstige Werbebotschaften. Je mehr Follower ein Influencer aufweist, desto einflussreicher ist die Person. Das Influencer-Marketing hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen und ein Ende ist nicht abzusehen.

Aus rechtlicher Sicht berührt die Tätigkeit von Influencern unterschiedliche Regelungsbereiche. So kann sich beispielsweise die Frage stellen, welche medienrechtlichen Anforderungen gelten: Bedürfen etwa Videokanäle von Influencern auf YouTube einer Rundfunkzulassung? Weiterhin unterliegt die Werbetätigkeit von Influencern speziellen rechtlichen Anforderungen. Oft ist fraglich, ob die gesetzlich geforderte Erkennbarkeit von kommerziellen Inhalten und die Trennung zwischen kommerziellen und sonstigen Inhalten gewährleistet ist. Schließlich muss die Rechtsordnung berücksichtigen, dass Influencer häufig gerade junge Zielgruppen ansprechen. Dann sind zum Schutz von Kindern und Jugendlichen besondere Schutzanforderungen zu beachten.

Programm

  • 15.30 Uhr Eröffnung: Jochen Fasco, Thüringer Landesmedienanstalt (TLM), Erfurt | Prof. Dr. Christian Alexander, Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • 15.50 Uhr Viraler Erfolg im Netz – Einblicke in das Leben einer Bloggerin: Franziska Albrecht, zukkermaedchen.de, Erfurt
  • 16.20 Uhr #Werbung: Insta-Stories unter Aufsicht: Stefanie Lefeldt, Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb)
  • 16.50 Uhr Privat oder kommerziell? – Wettbewerbsrechtliche Anforderungen an Influencer: Prof. Dr. Jörg Fritzsche, Universität Regensburg
  • 17.20 – 17.40 Uhr: Kaffeepause
  • 17.40 Uhr Überblick - Influencer-Marketing in der aktuellen Entscheidungspraxis der Gerichte: Christina Kiel, LL.M., Wettbewerbszentrale Bad Homburg
  • Anschließend Podiums- und Publikumsdiskussion, Moderation: Prof. Dr. Christian Alexander
  • 18.45 Uhr Ausklang bei einem kleinen Empfang

Kontakt/Anmeldung

Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht und Medienrecht | Rechtswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena | Carl-Zeiß-Str. 3, 07743 Jena | Telefon: +49 (0)3641 942-100 | Telefax: +49 (0)3641 942-102 | E-Mail: ls-alexander@uni-jena.de

Ergänzende Informationen

Leitfaden der Wettbewerbszentrale zur Kennzeichnung von Werbung auf Instagram

Leitfaden der Landesmedienanstalten zur Kennzeichnung von Werbung in Social Media

8. Jenaer Medienrechtliche Gespräche Inhalt einblenden

Die 8. Jenaer Medienrechtlichen Gespräche fanden am 15. November 2018 in der Rosensälen der Friedrich-Schiller-Universität Jena statt.

NetzDG – Erfolgsmodell oder Symbolpolitik?

Es gehört zu den umstrittensten Mediengesetzen der jüngsten Zeit - das Netzwerkdurchsetzungsgesetz, kurz NetzDG. Dieses Gesetz trat am 1. Oktober 2017 in Kraft und erlegt den Anbietern von sozialen Netzwerken besondere Verhaltenspflichten auf.

Im besonderen Fokus des NetzDG steht die Kommunikation in weltumspannenden sozialen Netzwerken. Prominente und allseits bekannte Beispiele sind etwa Facebook oder Twitter. Der Inhalt dieser sozialen Netzwerke bestimmt mittlerweile ganz wesentlich den gesellschaftlichen Diskurs. Infolgedessen besteht die wachsende Gefahr einer gezielten Einflussnahme auf die Nutzer und – gerade im Schutz der Anonymität – einer Verbreitung von rechtswidrigen Inhalten.  Dies geht oft einher mit einer zunehmenden Verrohung der Kommunikation und einem Verlust an Toleranz und Kommunikationskultur.

Vor diesem Hintergrund sollte das NetzDG der Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken dienen. Es sieht Instrumente vor, die eine rasche Entfernung von volksverhetzenden Inhalten, Beleidigungen oder Verleumdungen gewährleisten sollen. Neben der Bekämpfung von Hass-Botschaften (Hate-Speech) erhoffte sich der Gesetzgeber vom NetzDG auch die Eindämmung von gezielten Falschmeldungen (Fake-News). Kritiker bemängeln, dass NetzDG schränke die Meinungsfreiheit im Internet ein. Anbieter sozialer Netzwerke könnten sich zu einem vorschnellen Löschen von Meinungen veranlasst sehen.

Ein Jahr nach dem Inkrafttreten des NetzDG soll eine erste Einschätzung vorgenommen werden:

Konnten die gesteckten Ziele erreicht werden oder haben sich die Befürchtungen der Kritiker verwirklicht? Wurde die Meinungsfreiheit durch das erwartete Overblocking und die Übertragung der Rechtsdurchsetzung auf Private verletzt? Stellt das NetzDG einen Fremdkörper im bisherigen Haftungssystem dar oder dessen Weiterentwicklung? Kann das NetzDG als Vorbild für weiter gehende Regelungen auf europäischer Ebene dienen?

Programm

  • Jochen Fasco, TLM Erfurt / Prof. Dr. Christian Alexander, FSU Jena
    Eröffnung

  • Prof. Dr. Karl-Nikolaus Pfeifer, Universität Köln
    NetzDG im Überblick - Zweck, Regelungsgehalt und Spannungsverhältnis zur Meinungsfreiheit

  • Prof. Dr. Franz Hofmann, LL.M., Universität Erlangen-Nürnberg
    NetzDG und zivilrechtliche Verantwortlichkeit

  • Dr. Frauke Bachler, Bundesamt für Justiz Bonn
    NetzDG in der Praxis I - Erfahrungen des Bundesamtes für Justiz

  • Martin Drechsler, Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V.
    NetzDG in der Praxis II - Erfahrungen der Anbieter

NetzDG in der Zukunft - Politik und Wissenschaft im Dialog

  • Johannes Selle MdB, Vizevorsitzender des Ausschusses Kultur und Medien im Deutschen Bundestag

  • Prof. Dr. Marc Liesching, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
7. Jenaer Medienrechtliche Gespräche Inhalt einblenden

Die 7. Jenaer Medienrechtlichen Gespräche fanden am 17. Mai 2018 in den Rosensälen der Friedrich-Schiller-Universität Jena statt.

Thema - Online Games zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Spielerschutz

Online-Games, also Spiele im Internet, sind allgegenwärtig. Längst haben sie sich von einem Nischenphänomen zu einem Massenmarkt entwickelt. Praktisch für alle Internetnutzer und Interessen finden sich heute Online-Spiele verschiedenster Art, die oftmals zugleich die Möglichkeit einer Interaktion zwischen den Spielern bieten. Smartphones und mobile Geräte erlauben es, praktisch überall zu spielen. Die fortschreitende technische Entwicklung gewährleistet ein immer eindrucksvolleres Spielerlebnis – Nutzer können aus der Realität in die virtuelle Spielewelt entfliehen.

Spiele im Internet binden die Aufmerksamkeit der Nutzer und treten vielfach in Konkurrenz zu anderen Medien. Eine besonders wichtige Zielgruppe von Internet-Spielen sind vor allem Kinder und Jugendliche, also Nutzer, bei denen digitale Medien aus dem Lebensalltag nicht mehr wegzudenken sind.

Das wirtschaftliche Geschäft mit Online-Spielen boomt. Die Geschäftsmodelle unterliegen dabei einem grundlegenden Wandel. An die Stelle von kostenpflichtigen Programmen, die auf Datenträgern vertrieben werden, treten verstärkt Angebote, bei denen Nutzern der erste Zugang zu einer Spielewelt unentgeltlich gewährt wird, er aber im weiteren Verlauf des Spiels zur Inanspruchnahme von kostenpflichtigen Leistungen, z. B. in Form neuer Spielelevel, einer besseren Ausrüstung für Spielcharaktere, Spielerweiterungen usw., veranlasst werden soll.

Diese neuen Entwicklungen werfen zahlreiche Fragen auf. So ist schon problematisch, welche vertragsrechtlichen Anforderungen zu stellen sind: Welches Vertragsrecht gilt, gerade bei grenzüberschreitenden Angeboten? Welche Schutzmechanismen greifen ein und wie kann sichergestellt werden, dass insbesondere der Verbraucherschutz beachtet wird? Des Weiteren gelten lauterkeits- und medienrechtliche Schutzmechanismen, insbesondere zugunsten von Kindern und Jugendlichen. Beispielsweise untersagt die Rechtsordnung Kaufappelle, die sich gezielt an Kinder und Jugendliche richten und die gerade bei Online-Spielen große praktische Bedeutung haben. Darüber hinaus verbietet das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb die aggressive Einflussnahme auf Kunden.

Referenten

  • Jochen Fasco, TLM Erfurt / Prof. Dr. Christian Alexander, FSU Jena
    Eröffnung

  • Dr. Axel von Walter, BEITEN BURKHARDT, München
    Geschäftsmodelle und aktuelle Rechtsfragen von Online-Spielen

  • Prof. Dr. Jörg Fritzsche, Universität Regensburg
    Kaufappelle und aggressive Einflussnahme auf Kinder und Jugendliche bei Online-Spielen

  • Dr. Wolfgang Kreißig, Landesanstalt für Kommunikation BaWü, Stuttgart
    Lootboxen - Ein Fall für den Jugendmedienschutz?

  • Prof. Dr. Christian-Henner Hentsch M.A., LL.M., Verband deutscher Games-Branche
    Legal - illegal? Neue Wege der Rechtsdurchsetzung im Gaming
6. Jenaer Medienrechtliche Gespräche Inhalt einblenden

Die 6. Jenaer Medienrechtlichen Gespräche fanden am 21. November 2017 in den Rosensälen der Friedrich-Schiller-Universität Jena statt.

Jugendschutz 4.0? Benötigt der Jugend(medien)schutz ein Update für die digitale Welt?

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist ein zentrales Anliegen unserer Rechtsordnung. Dies schließt einen Schutz vor Medieninhalten ein, von denen Gefährdungen für Kinder und Jugendliche ausgehen. Angesichts der stetigen Veränderung der Medienwirklichkeit stellt sich die jedoch Frage, ob der Jugend(medien)schutz in seiner heutigen Gestalt leistungs- und zukunftsfähig ist oder ein Update für die digitale Welt benötigt. 

Kinder und Jugendliche wachsen heute mit digitalen Medien auf. Sie sind „digital natives“, die Nutzung solcher Medien ist für sie ganz selbstverständlich. Deswegen können Kinder und Jugendliche jedoch bereits früh mit Inhalten auf Internetseiten, in Spielen, in sozialen Netzwerken usw. konfrontiert werden, die einen Schutz erforderlich machen. Doch wie kann ein solcher Schutz in einer digitalisierten und vernetzten Medienwelt gewährleistet werden? Diese Frage stellt sich besonders drängend vor dem Hintergrund, dass die Instrumente des Jugend(medien)schutzes überwiegend in einer Zeit entstanden sind, in der die Digitalisierung und Vernetzung noch längst nicht den heutigen Entwicklungsstand erreicht hatte.

Hinzu kommt, dass im geltenden Jugend(medien)schutz unterschiedliche gesetzliche Regelungen, Kompetenzen und Institutionen ineinandergreifen. Ist eine solche Zersplitterung angesichts der stürmischen technischen Entwicklung noch angemessen? Welche Bedeutung kommt der privaten, behördlichen und strafrechtlichen Rechtsdurchsetzung zu? Wo liegen Defizite und wie können diese behoben werden? Welchen Stellenwert hat die Selbstkontrolle durch Unternehmen?

Nicht zuletzt muss berücksichtigt werden, dass der Jugend(medien)schutz sehr stark durch die jeweils geltenden Anschauungen und Wertungen unserer Gesellschaft geprägt wird, die jedoch einem stetigen Wandel unterliegen. Inhalte, die in der „Frühzeit“ der digitalen Welt möglicherweise als gefährdend eingestuft wurden, wirken nur wenige Jahre später möglicherweise ganz harmlos. Zeigt sich hier eine bloße „Abstumpfung“ oder müssen die Bewertungskriterien überdacht werden?

5. Jenaer Medienrechtliche Gespräche Inhalt einblenden

Die 5. Jenaer Medienrechtlichen Gespräche fanden am 22. Mai 2017 in den Rosensälen der Friedrich-Schiller-Universität Jena statt.

Thema - Maschine Macht Meinung

Der digitale Mensch auf dem Weg zur gläsernen Marionette?

Die Krise der Printmedien und des Qualitätsjournalismus ist unübersehbar. Noch ist zwar das Fernsehen das Leitmedium in unserer Gesellschaft, aber immer öfter informieren sich die Bürger über das Internet. Insbesondere Smartphone und Tablet bestimmen zunehmend unser aller Leben. Eine Entwicklung, die wir überwiegend als Fortschritt begreifen, die aber auch gravierenden Einfluss auf unsere Medien und die Gesellschaft hat.

Wer bestimmt, was wir lesen und sehen und wie wir eine Information einordnen?

Bisher hatten uns Journalisten in den Ankermedien aus Print, Hörfunk und Fern-sehen durch den Informationsdschungel geleitet und uns im Idealfall neue Sicht-weisen eröffnet. Nunmehr laufen insbesondere Internetnutzer Gefahr, in ihrer eigenen durch einen Algorithmus gesteuerten „Filter-Bubble“ zu verharren. Andererseits kann der so definierte Erfahrungshorizont auch durch Dritte unterschwellig beeinflusst werden. Nicht nur in sozialen Netzwerken, sondern auch aus den durch Big Data gespeisten Nutzeraktivitäten kann künftiges Verhalten abgeleitet werden.

Diese Möglichkeiten sind einerseits ein wachsender Wirtschaftsfaktor, anderseits haben sie auch Einfluss auf unsere Demokratie und können diese sogar gefährden. Social Bots werden immer mehr Einfluss in vom Internet geprägten modernen Wahlkämpfen sein. Dabei ist es nicht nur möglich, bestehende Diskussionen zu steuern, sondern auch gezielt Themen zu initiieren.

Mit fortschreitender Digitalisierung und Vernetzung unseres Lebens sind immer mehr Manipulationsmöglichkeiten erkennbar. Ist der durch sein transparentes Verhalten immer durchsichtiger werdende Bürger noch selbstbestimmt genug, sich seine eigene Meinung zu bilden und sich in den demokratischen Prozess ein-zubringen? Diesen Entwicklungen muss sich unsere Gesellschaft stellen und auch aus rechtlicher Sicht Antworten finden.

4. Jenaer Medienrechtliche Gespräche Inhalt einblenden

Die 4. Jenaer Medienrechtlichen Gespräche fanden am 22. November 2016 in den Rosensälen der Friedrich-Schiller-Universität Jena statt. 

Thema - Medienwandel und Werbung

Wie können Medieninhalte finanziert werden? 

Bei der Finanzierung von Medieninhalten kommt der Werbung eine herausragende Bedeutung zu. Der Medienwandel lässt jedoch die Finanzierung von Medien durch Werbung nicht unberührt. Nicht nur der Konsum und die Nutzung von Medien verändern sich, auch die Werbemärkte unterliegen starken Umbrüchen. Besonders spürbar sind diese Wandlungen bei den Print- und Online-Medien.

Mit einer zunehmenden Medienkonvergenz, also dem Zusammenwachsen von unterschiedlichen Medienangeboten, muss über die Finanzierung von Medieninhalten neu nachgedacht werden. Dabei ist etwa zu berücksichtigen, dass viele Inhalte im Internet für Nutzer gratis zur Verfügung stehen, was über Jahre eine entsprechende Erwartungshaltung geweckt und die Bereitschaft, für journalistische Inhalte zu bezahlen, gesenkt hat. Die entstandene „Gratiskultur“ wird vielfach gerade von Medienschaffenden beklagt. Neue Formen des entgeltlichen Absatzes und Vertriebs von Medieninhalten stecken derzeit jedoch noch in den Kinderschuhen. Die Diskussion über eine „Medienkrise“ muss auch vor dem Hintergrund der Medienfinanzierung gesehen werden.

Digitalisierung und Vernetzung eröffnen neue Werbemöglichkeiten. Aus rechtlicher Sicht stellen sich damit neue Herausforderungen. Welche rechtlichen Grundlagen gelten? Welche rechtlichen Grenzen sind zu beachten?

3. Jenaer Medienrechtliche Gespräche Inhalt einblenden

Die 3. Jenaer Medienrechtlichen Gespräche fanden am 21. April 2016 in den Rosensälen der Friedrich-Schiller-Universität Jena statt.

Thema - Das Ende des freien Internets? Offene Fragen der Netzneutralität

Mit dem Begriff der Netzneutralität verbindet sich – kurz gesagt – der Leitgedanke, dass im Internet alle Daten gleich behandelt werden müssen. Daten und Dienste sollen danach neutral und grundsätzlich gleich behandelt werden. Es soll weder nach der Art der Daten noch nach dem Absender oder Empfänger oder nach sonstigen Kriterien differenziert werden.

Das neutrale Netz erscheint auf den ersten Blick sehr gerecht und plausibel. Es entspricht der Idee eines freien und unabhängigen Internets. Doch sind im Netz wirklich alle Daten gleich? Lässt sich die Forderung nach einer Neutralität des Netzes rechtlich und technisch umsetzen? Ist eine umfassende Neutralität des Netzes realistisch und wünschenswert? Können bestimmte Differenzierungen bei der Datenübertragung aus technischen, ökonomischen oder auch rechtlichen Gründen sachgerecht oder sogar geboten sein? Ermöglicht oder verhindert Netzneutralität den Wettbewerb im Netz?

Die Diskussion über die Netzneutralität wird insbesondere vor dem Hintergrund intensiv geführt, dass bestimmte Angebote im Netz bevorzugt und andere Dienste „ausgebremst“ werden sollen. Nicht nur in Deutschland und in der Europäischen Union, sondern weltweit wird derzeit über die Netzneutralität nachgedacht. Vielfach wird inzwischen die Forderung erhoben, die Netzneutralität müsse gesetzlich festgeschrieben werden. Mittlerweile haben EU, Bund und einige Bundesländer, darunter auch Thüringen, Regelungen mit unterschiedlicher Gestaltungstiefe und Zielrichtung erlassen. Zudem werden aktuell auf europäischer Ebene die sogenannten Guidelines zur Umsetzung der EU-Verordnung diskutiert.

2. Jenaer Medienrechtliche Gespräche Inhalt einblenden

Die 2. Jenaer Medienrechtlichen Gespräche fanden am 02. November 2015 in den Rosensälen der Friedrich-Schiller-Universität Jena statt.

Thema - Im Namen der Medien?

Berichterstattung über Straftaten und Strafverfahren - Rechtliche Anforderungen, Grenzen und aktuelle Entwicklungstendenzen

Berichte über Straftaten und anschließende Strafverfahren nehmen in den Medien breiten Raum ein. In der Öffentlichkeit besteht ein großes Interesse an solchen Informationen. Prominente Beispiele aus jüngerer Zeit sind etwa das Strafverfahren gegen einen Wettermoderator oder das NSU-Verfahren vor dem Oberlandesgericht in München.

Aus medienrechtlicher Sicht bewegt sich diese Berichterstattung in einem sehr schwierigen Konfliktfeld. Die Aufklärung einer Straftat und ein sich anschließendes Strafverfahren dürfen durch Medien nicht behindert oder verfälscht werden. Zugleich prägen die Medien das Bild der Öffentlichkeit vom Ablauf eines Ermittlungs- und Strafverfahrens. Weiterhin besteht die Gefahr einer medialen Vorverurteilung von - tatsächlichen oder vermeintlichen - Tätern, noch bevor ein Strafverfahren abgeschlossen ist. Oft liegt nur ein schmaler Grat zwischen sachlicher Information und reißerischem Voyeurismus.

Die anspruchsvolle Aufgabe von Journalisten und Juristen besteht darin, Persönlichkeitsrechte von Tätern, Opfern und anderen Prozessbeteiligten in einen angemessenen Ausgleich mit den Informationsinteressen der Öffentlichkeit und der Funktionsfähigkeit der Strafverfolgung zu bringen. Besondere Aktualität gewinnt diese Problematik durch Überlegungen des Gesetzgebers, die Berichterstattung über Gerichtsverfahren neu zu regeln.

1. Jenaer Medienrechtliche Gespräche Inhalt einblenden

Die 1. Jenaer Medienrechtlichen Gespräche fanden am 05. Februar 2015 in den Rosensälen der Friedrich-Schiller-Universität Jena statt.

Thema - Das Ende der Privatheit? Soziale Netzwerke und Datenschutz

Soziale Netzwerke sind alltäglich und allgegenwärtig. Sie werden immer häufiger privat oder beruflich genutzt und ermöglichen eine ständige Kommunikation und Interaktion mit anderen Nutzern. Durch stetig erweiterte Einsatzmöglichkeiten haben sie sich für viele Menschen zu einem unentbehrlichen Begleiter entwickelt.

Gleichzeitig leben Soziale Netzwerke von den Daten ihrer Nutzer. Ihr Datenhunger gilt nicht nur den persönlichen Daten der Nutzer, sondern umfasst vielfach auch Informationen über Dritte.

Aus rechtlicher Sicht wirft die Nutzung Sozialer Netzwerke vor allem Fragen über den rechtlichen Umgang mit persönlichen Daten auf: Welche Rechtsgrundlagen gelten? Ist das Datenschutzrecht den speziellen Herausforderungen der Netzwerkstrukturen gewachsen oder gibt es Reformbedarf? Wie gehen das Strafrecht und das Strafverfahrensrecht mit Informationen aus Sozialen Netzwerken um? Droht ein Ende der Privatheit?

Namhafte Referenten aus Wissenschaft und Praxis diskutieren in der Auftaktveranstaltung der Jenaer Medienrechtlichen Gespräche diese und weitere Fragen. Nicht nur die Nutzer von Sozialen Netzwerken, sondern alle medienrechtlich Interessierten sind herzlich zu der Veranstaltung und zum Mitdiskutieren eingeladen.

Lange Nacht der Wissenschaften

Lange Nacht der Wissenschaften 2017 Foto: JenaKultur C.Worsch

Am 22. November 2019 fand die 7. Lange Nacht der Wissenschaften statt und und hat über 10.000 große und kleine Besucher mitgenommen auf eine Entdeckungsreise durch das "Abenteuer Forschung". Wir sind begeistert von so viel Wissensdurst und Entdeckergeist und bedanken uns bei allen, die dabei waren!

Von 18 bis 24 Uhr standen die Türen von Instituten, Laboren, Firmen, Kliniken, Seminarräumen und Vorlesungssälen offen, um mehr als 350 spannende Experimente, interessante Vorträge und verschiedenste Mitmachaktionen zu präsentieren. An insgesamt 65 Orten - verteilt sowohl im Stadtzentrum als auch am Beutenberg Campus und am Klinikum in Lobeda Ost - gab es Spannendes, Überraschendes und auch Skurriles zu entdecken.

Auch der Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht und Medienrecht war am 22. November 2019 mit drei Vorträgen zu den Themen

  • Digitaler Nachlass
  • Dieselskandal - Ansprüche gegen die Händler
  • Dieselskandal - Ansprüche gegen den Hersteller

vertreten.

Information

Hinweise zum Datenschutz

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