Politische Strafjustiz in Thüringen vor 100 Jahren: Der Fall Frieders – „ein deutscher Dreyfus“?

Prof. Dr. Dr. Alexander Ignor, Berlin; Vortrag im Rahmen der Reihe "Unrecht durch Recht"
Veranstaltungseckdaten
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Beginn
Ende
Veranstaltungsarten
Vortrag
Ort
Hörsaal 4
Carl-Zeiß-Straße 3
07743 Jena
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Es referiert
Prof. Dr. Dr. Alexander Ignor, Berlin
Kontakt
Lehrstuhl für Strafrecht, Kriminologie, Strafvollzugsrecht und Jugendstrafrecht
Professor Dr. Florian Knauer
Veranstaltungssprache
Deutsch
Veranstaltungswebseite
Mehr erfahrenpdf, 56 kb
Barrierefreier Zugang
ja
Öffentlich
ja

Der Fachschaftsrat und die Rechtswissenschaftliche Fakultät laden ein zu einer weiteren Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Unrecht durch Recht" zum Thema:

Politische Strafjustiz in Thüringen vor 100 Jahren: Der Fall Frieders – „ein deutscher Dreyfus“?

Der Fall Frieders ist der wohl bekannteste Strafrechtsfall des Berliner Strafverteidigers Dr. Siegfried Löwenstein. Ernst Frieders, ein jüdischstämmiger Staatsanwalt in Thüringen in den Zwanziger Jahren, wurde im Jahr 1926 im Kontext mit anderen Strafverfahren wegen fahrlässigen Falscheides verurteilt. Löwenstein vertrat ihn – erfolglos – im Revisionsverfahren und bemühte sich danach vergeblich um dessen Begnadigung. Unter anderem veröffentlichte er mehrere Artikel im Berliner Tageblatt, den ersten unter der Überschrift: Der Fall Frieders – ein deutscher Dreyfus. Der zweite Teil des Vortrags wird insbesondere auf diesen Fall zu sprechen kommen, im ersten Teil wird Prof. Ignor einiges über Löwensteins Leben und Wirken vor allem in der Zeit der Weimarer Republik berichten und einige Schlaglichte auf diese Zeit werfen. Der Fall Frieders fand seinerzeit große Beachtung; nicht zuletzt äußerte sich Thomas Mann dazu. Ob bzw. inwieweit der Fall Frieders dem Fall Dreyfus vergleichbar ist, möchte Prof. Ignor den Hörern überlassen.