Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Europarecht, Völkerrecht und Internationales Wirtschaftsrecht

 

Lehrstuhlinhaber:
Prof. Dr. Christoph Ohler, LL.M. (Brügge)


Lehrstuhl
 
Postadresse:
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Europarecht, Völkerrecht und Internationales Wirtschaftsrecht
07737 Jena
Standort:
Carl-Zeiss-Straße 3
07743 Jena
3. Etage, Zimmer 3.35
Telefon/Fax:
+49 (0)3641 942260
+49 (0)3641 942262
E-Mail:

Sprechstunde:
nach Vereinbarung

Lehrstuhlvertretung im Sommersemester

Im Sommersemester 2019 nimmt Herr Professor Ohler ein Forschungssemester wahr. Die Lehrveranstaltungen werden von Frau Priv.-Doz. Dr. Andrea Edenharter angeboten.

 

Seminarankündigung Sommersemester 2019

Das Seminar zum Thema "Quo vadis, EU? Digitalisierung, Migration und Zunahme populistischer Tendenzen als Herausforderungen für die Europäische Union" wird von Frau Priv.-Doz. Dr. Edenharter angeboten. Es behandelt aktuelle Herausforderungen, mit denen die EU gegenwärtig konfrontiert wird. Dazu gehört zunächst die Digitalisierung, die einerseits das Teilen von Informationen und die länderübergreifende Vernetzung so einfach wie nie zuvor macht, gleichzeitig aber auch Gefahren wie die unkontrollierte Verbreitung von Fake News und Hassbotschaften mit sich bringt. In Zukunft wird außerdem die Künstliche Intelligenz (KI) eine zunehmend große Rolle spielen, wobei die rechtlichen Rahmenbedingungen gegenwärtig noch weitgehend fehlen.

Eine weitere Herausforderung für die EU stellt die Migration dar, in deren Folge jährlich Millionen Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika in Europa Zuflucht suchen, da sie in ihren Heimatländern von Krieg und Gewalt bedroht werden oder ihre Lebensgrundlage durch Naturkatastrophen und den Klimawandel zerstört wird. Dabei herrscht unter den EU-Mitgliedstaaten große Uneinigkeit darüber, wie mit dem Strom an Migranten umzugehen ist und wie die Lasten der Zuwanderung innerhalb der EU gerecht verteilt werden können. Hinzu kommt, dass die Standards beim Umgang mit Geflüchteten in den Mitgliedstaaten keineswegs einheitlich sind.

Gleichzeitig nehmen in den Mitgliedsstaaten der EU nationalistische Tendenzen zu, und Populisten gehen siegreich aus Parlaments- und Präsidentschaftswahlen hervor. Die Einhaltung des EU-Rechts wird dadurch zunehmend gefährdet. Auch die Rechtsstaatlichkeit bestimmter Mitgliedstaaten ist nicht mehr garantiert, weshalb die EU gegen Polen und Ungarn ein Rechtsstaatlichkeitsverfahren eingeleitet hat. Schließlich lässt sich auch der Brexit als Folge populistischer Tendenzen verstehen, da die gezielt geschürte Angst vor Überfremdung ein wesentliches Motiv für das Votum vieler Briten gegen Europa war.

Das Seminar widmet sich zunächst grundlegenden Fragen des Unionsrechts wie dem Grundrechtsschutz und dem Verhältnis von unionalem und nationalem Recht, bevor die einzelnen Herausforderungen näher betrachtet werden.

Das Seminar wird als Blockseminar angeboten. Zu Beginn des Sommersemesters gibt es eine Vorbesprechung.

Folgende Themen können bearbeitet werden:

I. Grundlagen

1. Grundrechtsschutz in der EU Das Verhältnis zwischen unionalen Grundrechten und nationalen Grundrechten unter besonderer Berücksichtigung der Position ausgewählter mitgliedstaatlicher Verfassungs- und Höchstgerichte

2. Rangfragen im Mehrebenensystem der EU

3. Das Verhältnis von EuGH und EGMR unter besonderer Berücksichtigung aktueller Rechtsprechung auf dem Gebiet des Aufenthalts- und Asylrechts

 II. Digitalisierung

4. Big Data als Herausforderung für die Durchführung der Europawahl

5. Künstliche Intelligenz als Herausforderung für europäische Gesellschaften - Ansatzpunkte für eine Regulierung durch die EU (Kompetenzen, Grundrechte)

 III. Migration

6. Die Abweisung von Geflüchteten an den EU-Außengrenzen unter Berücksichtigung von Frontex

7. Die Frage der Mindeststandards innerhalb der EU und Rückführungshindernisse

 IV. Desintegration durch Populismus

8. Art. 7 EUV als Mittel zur Garantie der Rechtsstaatlichkeit in den Mitgliedstaaten unter besonderer Berücksichtigung der laufenden Verfahren gegen Polen und Ungarn

9. Auswirkungen des Austritts Großbritanniens auf die EU und das Unionsrecht

Bitte melden Sie sich im Sekretariat (Raum 3.35) oder per E-Mail an an.

Wenn Sie im Seminar Ihre Wissenschaftliche Arbeit schreiben möchten, melden Sie sich bitte bis zum 28. Februar 2019 persönlich im Sekretariat an. Btite bringen Sie eine Kopie des Probeseminarscheins mit.

 

Stellenausschreibung Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in

Am Lehrstuhl ist zum 1. April 2019 eine Stelle als Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in zu besetzen. Die Ausschreibung finden Sie hier.

 

Rückgabe der Klausuren aus dem Grundkurs Öffentliches Recht II

Die Klausuren aus dem Grundkurs im Öffentlichen Recht II werden am

Dienstag, dem 25. September 2018, zwischen 10 und 12 Uhr im SR 3.14 zurückgegeben.

Bitte bringen Sie zur Abholung Ihre Thoska mit.

Remonstrationen können innerhalb einer Woche nach Abholung der Klausur abgegeben werden, spätestens jedoch am 31. Oktober 2018. Bitte legen Sie genau dar, an welchen Punkten Sie mit der Bewertung Ihrer Klausur nicht einverstanden sind, und begründen Sie dies. Gehen Sie in Ihrer Remonstration auf die Lösungsskizze der Klausur ein. Diese finden Sie nach der Rückgabe in Moodle.

1993   Erstes Staatsexamen, Universität Bayreuth   Ohler
       
1994   LL.M., Europakolleg Brügge  
       
1996   Promotion, Universität Bayreuth  
       
1997   Zweites Staatsexamen, Bayern  
       
1998 - 1999   Rechtsanwalt, Frankfurt am Main  
       
1999 - 2002   Wissenschaftlicher Assistent, Universitäten Passau und Bayreuth  
       
2003 - 2005   Bayerischer Habilitationsförderpreis  
       
2005   Habilitation an der Ludwig-Maximilians-Universität München; venia legendi für Öffentliches Recht, Europarecht, Völkerrecht und Finanzrecht  
         
seit 06/2006   Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Europarecht, Völkerrecht und Internationales Wirtschaftsrecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
         
2007 - 2012   Vertrauensdozent der Stiftung der Deutschen Wirtschaft
         
2008 - 2014   Sprecher des Graduiertenkollegs "Konstitutionelle Grundlagen globalisierter Finanzmärkte - Stabilität und Wandel"
         
seit 11/2010   Stellvertretendes Mitglied des Thüringer Verfassungsgerichtshofs
         
12/2011   Ablehnung eines Rufes auf den Lehrstuhl für Europarecht, Völkerrecht und Öffentliches Recht der Universität des Saarlandes
     
seit 10/2015   Mitglied des Thüringer Verfassungsgerichtshofs

Wegen eines Forschungssemesters bietet Herr Professor Ohler im Wintersemester 2018/2019 keine Lehrveranstaltungen an.

Forschungsschwerpunkte:

  • Deutsches und europäisches Verfassungsrecht
  • Europäisches und internationales Wirtschaftsrecht
  • Internationales Verwaltungsrecht
  • Recht der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion
  • Recht der Finanzmarktaufsicht (insb. Regulierung von Banken, Versicherungen, Wertpapiermärkten)

Schriftenverzeichnis (.pdf)

 

Sekretärin:

 

Wissenschaftliche Mitarbeiter:

Susanne Prater

Raum 3.35
Tel.: +49 (0)3641 942260
Fax: +49 (0)3641 942262
E-Mail:

Öffnungszeiten des Sekretariats:
montags bis freitags
07:30 Uhr bis 11:30 Uhr

Rückgabe von Klausuren und
Hausarbeiten:

montags bis freitags
08:30 Uhr bis 11:00 Uhr

 

   Hettwer    Lehmann
    Arne Hettwer
  Sven Lehmann
    Raum: 4.125
Tel.: +49 (0)3641 942205
E-Mail:
  Raum: 3.37
Tel.: +49 (0)3641 942265
E-Mail:
         
         

Studentische Hilfskräfte:

Niels Lötel
Leonard-Roman Rüddenklau

   Rohm    Schmidt
    Rebecca Rohm    Maria Schmidt
    Raum 3.38
Tel.: +49 (0)3641 942263
E-Mail:
   Raum 3.37
Tel.: +49 (0)3641 942265
E-Mail:
         
         
         
         
   

Ehemalige Mitarbeiter:

   
   

Dr. Jasper von Detten
Katrin Fenrich
Dr. Matthias Frenzel
Annelie Gallon
Lara Heptner
Dr. Elise Kleinsorgen
Michael Meents
Philipp Meinert
Alexander Melzer
Jasper Mührel
Dr. Felix Neumann
Henrik Pegel
Dr. Ulrike Pollin
Dr. Sylvia Radtke
Louise Schellschmidt
Marie Josephine Schiffers
Dr. Marion Schmidt-Wenzel
Dr. Franziska Strauß
Dr. Eric Urzowski
Dr. Kirsten Weißgärber
Markus Woetzel
Sebastian Wurzberger, LL.M. oec.

 


Über einen Zeitraum von sechs Jahren, von Anfang September 2008 bis Ende Oktober 2014 bestand das Graduiertenkolleg "Konstitutionelle Grundlagen globalisierter Finanzmärkte - Stabilität und Wandel" (Global Financial Markets) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. An dem wissenschaftlichen Projekt waren Wirtschaftswissenschaftler und Juristen aus Jena, Halle, Leipzig und Erfurt beteiligt. Die Finanzierung des Graduiertenkollegs erfolgte durch die Stiftung Geld und Währung. Während der Laufzeit des Kollegs wurden 26 Personen finanziell wie ideell gefördert, neben zwei Habilitanden insgesamt 24 Promotionsstipendiatinnen und -stipendiaten. Die inhaltliche Arbeit des Kollegs prägten zwei wirtschaftliche Jahrhundertereignisse: die Finanzkrise der Jahre 2007 bis 2009 und die anschließende, europäische Staatsschuldenkrise. Praktisch alle wissenschaftlichen Arbeiten, die im Kolleg entstanden, kreisen um Einzelfragen im Zusammenhang beider Krisen, vor allem aber um die Generalfrage, wie Wirtschafts- und Rechtswissenschaften mit dem Phänomen systemischer Risiken auf den Finanzmärkten umgehen müssen. Das Graduiertenkolleg ermöglichte dabei in fruchtbarer Weise ein enges interdisziplinäres Arbeiten zwischen Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Auf jährlichen Konferenzen und Workshops referierten renommierte internationale Wissenschaftler zu aktuellen Fragen. Zudem wurde die Ausbildung der Stipendiaten und Stipendiatinnen durch regelmäßige interne Lehrveranstaltungen und Doktorandenkolloquien gefördert. Ein Großteil der Stipendiaten nutzte die Möglichkeit zu internationalen Forschungsaufenthalten.

Prof. Dr. Christoph Ohler, LL.M.
(Sprecher des Graduiertenkollegs)