Richterhammer

Das Nürnberger Urteil 1946. Umbruch und Aufbruch

Vortrag von em. Professor Dr. Udo Ebert
Richterhammer
Foto: Daniel_B_photos - pixabay.com
Beginn
Ende
Veranstaltungsart
Vortrag
Ort
Referent/in
em. Professor Dr. Udo Ebert
Veranstalter
Ansprechpartner/in
Professor Dr. Christian Alexander
Veranstaltungssprache
Deutsch
Barrierefreier Zugang
ja
Öffentlich
ja

Das Urteil von Nürnberg 1946 gegen die Hauptkriegsverbrecher des NS-Regimes war ein Novum. „Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte wurden die höchsten Staatsmänner, die politischen Führer und die militärische Elite in Nürnberg wegen ihrer im Amt begangenen Taten wie ‚gewöhnliche‘ Verbrecher vor einer Richterbank zur Rechenschaft gezogen und bestraft“ (Safferling). Das Urteil war ein Umbruch: Es brach mit herkömmlichen Rechtsgrundsätzen wie der Staatenverantwortlichkeit, der Immunität von Staatslenkern, der rechtfertigenden Kraft staatlichen Rechts, dem Verbot rückwirkender Strafgesetze. Zugleich war das Nürnberger Urteil ein Aufbruch in eine neue Zeit. In dieser wurden die „Nürnberger Prinzipien“ rechtlich konsolidiert und weiterentwickelt. Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung bildet die Konstituierung des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, der im Jahr 2002 seine Arbeit aufnahm. Der am 24. Februar 2022 begonnene Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine verleiht dem, was in Nürnberg 1945/46 geschah, eine erschreckende Aktualität. Die Rede ist von einem „Zweiten Nürnberg“ in Den Haag.

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Die Teilnahme am Vortrag ist kostenfrei.