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Schwerpunktbereich 2 - Vertiefung Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Medienrecht

Informationen zu der Vertiefungsrichtung Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Medienrecht im Schwerpunktbereich 2 der Rechtswissenschaftlichen Fakultät
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Foto: Roberto Jüttner

Vertiefungsrichtung Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Medienrecht

Innerhalb des breiten Spektrums des Schwerpunktbereiches 2 bietet es sich an, die Vorlesungen des Geistigen Eigentums mit denen des Wettbewerbs- und des Medienrechts zu verknüpfen.

Im Folgenden finden Sie ausführliche Informationen zu den angebotenen Veranstaltungen, zum empfohlenem Verlauf des Schwerpunktstudiums und zu Karrierechancen, die sich bei einer Vertiefung auf den Gebieten des Geistigen Eigentums, des Wettbewerbs- und des Medienrechts bieten.

Überblick Inhalt einblenden

Rechtsgebiete

Das Wettbewerbsrecht mit dem Kartell- und Lauterkeitsrecht dient dem Schutz eines funktionierenden Wettbewerbs und sichert somit eine existenzielle Vorbedingung für jedwede Wirtschaftstätigkeit ab.

Mit den Immaterialgüterrechten wird gezielt und (meist) unter Aufsicht partiell in diesen freien Wettbewerb eingegriffen und werden rechtliche Monopolstellungen gewährt, um Innovationsanreize zu setzen.

Das Medienrecht ist eine vergleichsweise junge Querschnittsmaterie, die vielfältige Berührungspunkte zum Bürgerlichen Recht, zum Wettbewerbsrecht und zum Recht des Geistigen Eigentums aufweist.

Anknüpfung an das Pflichtfachstudium

Letztlich handelt es sich bei diesen Rechtsgebieten vielfach um „Sonderdeliktsrecht“ in unterschiedlicher Ausprägung. Aufbauend auf die erworbenen Kenntnisse im Pflichtfachstudium werden die Studierenden an spezielle Bereiche des (internationalen) Wirtschaftsrechts herangeführt.

Perspektive/Karriere Inhalt einblenden

Innovation und Wettbewerb

Als Vertiefungsrichtung des Schwerpunktbereichs 2 bieten sich das Geistige Eigentum (Patent-, Gebrauchsmuster-, Design, Marken und Urheberrecht), das Wettbewerbsrecht (Kartell- und Lauterkeitsrecht) sowie das Medienrecht besonders an. An der Schnittstelle zwischen Innovation und Wettbewerb wird ein umfangreicher Einblick in einen beachtlichen Teil des Wirtschaftsrechts gewährt.

Berufliche Perspektive

Trotz seiner Verortung im Zivilrecht sind zahlreiche Bezüge zum Straf- und Öffentlichen Recht vorhanden. Eine Vertiefung in allen drei Säulen ist somit möglich. Dieser Überblick ist nicht nur für eine akademische Laufbahn förderlich. Mit einer Spezialisierung in diesem Bereich stehen beachtliche Einsatzmöglichkeiten in der Wirtschaft, Justiz und Verwaltung bereit. Neben den klassischen Berufsfeldern etwa als Richter in einer auf Geistiges Eigentum spezialisierten Kammer oder Fachanwalt für Gewerblichen Rechtschutz oder Medienrecht (in internationalen Sozietäten), bieten sowohl zahlreiche nationale Bundesbehörden, wie das Deutsche Patent- und Markenamt, das Bundeskartellamt und die Bundesnetzagentur als auch Europäische Behörden, wie die Europäische Kommission und das EUIPO (Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum) spannende Arbeitsfelder und Karrieremöglichkeiten.

Musterstudienplan Inhalt einblenden

Empfohlener Studienablauf - SB 2: Vertiefungsrichtung Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Medienrecht

Studienbeginn im Wintersemester

5. Semester         Lauterkeitsrecht + Kartellrecht oder Markenrecht
 (4 SWS)

6. Semester*       Patent-/Designrecht + Urheberrecht + Privates                                         (8 SWS)               Medienrecht / Internetrecht** + Übungsseminar***

7. Semester         Kartellrecht oder Markenrecht + Examensvorbereitung
 (2 SWS)

8. Semester*       Examensvorbereitung + Schriftliche Examensprüfung

9. Semester         Examensvorbereitung + Mündliches Examen + Examensseminar
 (2 SWS)

Studienbeginn im Sommersemester

5. Semester         Urheberrecht + Patent/Designrecht oder Privates Medienrecht /              (4 SWS)              Internetrecht**

6. Semester*        Kartellrecht + Lauterkeitsrecht + Markenrecht + Übungsseminar***
 (8 SWS)

7. Semester         Privates Medienrecht / Internetrecht** oder Patent-/Designrecht +           (2 SWS)               Examensvorbereitung

8. Semester*        Examensvorbereitung + Schriftliche Examensprüfung

9. Semester         Examensvorbereitung + Mündliches Examen + Examensseminar
 (2 SWS)

 

Allgemeine Erläuterungen zum „Musterstudienplan“ des SB 2: Vertiefungsrichtung „Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Medienrecht“

Die Darstellung enthält lediglich Vorschläge zur Gestaltung Ihres Schwerpunktbereichsstudiums. Das Schwerpunktbereichsstudium dient dem Erhalt spezifischer Fachkenntnisse in dem belegten Schwerpunktbereich und dem Nachweis, dass die Studierenden in der Lage sind, nach den Regeln der Wissenschaft selbstständig zu arbeiten. Gleichzeitig soll die Teilnahme am Schwerpunktbereichsstudium Anregungen für den späteren beruflichen Werdegang der Studierenden bieten. Deshalb empfiehlt es sich eine Vielzahl von Lehrveranstaltungen zu besuchen, um die eigenen Präferenzen zu ergründen. Nicht jede besuchte Lehrveranstaltung muss mit einem Leistungsnachweis abgeschlossen werden. Gestattet ist die Teilnahme an bis zu drei schriftlichen Aufsichtsarbeiten, davon sind zwei Abschlussarbeiten als Prüfungsleistungen einzubringen. Insgesamt umfasst das Schwerpunktbereichsstudium 16 SWS. Davon sind zwei Seminare (jeweils 2 SWS) zu belegen. In einem Seminar ist die wissenschaftliche Arbeit anzufertigen. Über den vorgeschriebenen Besuch der Lehrveranstaltungen im Umfang von 12 SWS kann selbstverständlich hinausgegangen werden.

Die dargestellte Kombination von Lehrveranstaltungen beruht auf inhaltlichen Verknüpfungen, die einen parallelen bzw. sukzessiven Besuch der Veranstaltungen nahelegen.

Letztlich handelt es sich bei den dargebrachten Rechtsgebieten vielfach um „Sonderdeliktsrecht“ in unterschiedlicher Ausprägung. Aufbauend auf die erworbenen Kenntnisse im Pflichtfachstudium werden die Studierenden an spezielle Bereiche des (internationalen) Wirtschaftsrechts herangeführt.

Legende

* Bei Studienbeginn im Wintersemester kann es aufgrund der Teilnahme an Pflichtfachveranstaltungen, insbesondere der großen Übung(en), insgesamt zu einem hohen Veranstaltungsumfang kommen, der Ressourcen in erheblichem Maße bindet. Es kann daher erwogen werden, die Teilnahme an Schwerpunktveranstaltungen in das achte Semester zu verschieben. Eine Kollision mit der staatlichen Pflichtfachprüfung ist auch bei angestrebter Erbringung eines Leistungsnachweises regelmäßig nicht zu befürchten, da die schriftlichen Abschlussarbeiten meist Ende August bzw. Anfang September, die Abschlussklausuren zu den Schwerpunktveranstaltungen dagegen grundsätzlich in der letzten Vorlesungswoche (Juli) stattfinden.

** Die Veranstaltungen Privates Medienrecht (Medienrecht I) und Internetrecht (Medienrecht II) finden im jährlichen Wechsel jeweils im Sommersemester statt. Die Vorlesungen bauen nicht aufeinander auf, sondern stehen selbstständig nebeneinander und ergänzen einander. Der Besuch beider Veranstaltungen wird gleichwohl empfohlen, um einen ganzheitlichen Überblick über das Rechtsgebiet zu erhalten.

*** Zu den angebotenen Lehrveranstaltungen werden von den Lehrstühlen semesterweise passende Übungs- und Examensseminare zu wechselnden Themen angeboten. Beachten Sie dazu die Informationen auf den Internetseiten (Lehrstuhl Prof. Dr. Alexander und Lehrstuhl Prof. Dr. Jänich) und Aushängen der Lehrstühle.

Veranstaltungen Inhalt einblenden

Im Winter- und Sommersemester werden von den Lehrstühlen regelmäßig die folgenden Veranstaltungen angeboten. Daneben finden in unregelmäßigen Abständen auch weitere Veranstaltungen statt.

Wintersemester:

Kartellrecht (Prof. Dr. Alexander)

Den Gegenstand dieser Vorlesung bilden das europäische und das deutsche Recht gegen Wettbewerbsbeschränkungen (Kartellrecht). Das Kartellrecht schützt die Freiheit und die Funktionsfähigkeit des Wettbewerbs. Es steht in einem engen Sachzusammenhang mit dem Recht gegen unlauteren Wettbewerb (Lauterkeitsrecht) und richtet sich gegen Praktiken, die den Wettbewerb verhindern, beschränken oder verfälschen. In der Vorlesung werden zunächst die materiell-rechtlichen Tatbestände zum Schutz vor Wettbewerbsbeschränkungen vorgestellt (insbesondere Art. 101, 102 AEUV und die FKVO). Darüber hinaus gibt die Vorlesung einen Überblick über die behördliche und private Rechtsdurchsetzung im Kartellrecht.

Probleme der Kartellrechtspraxis (Dr. Staebe)

Es werden aktuelle Fragen des Kartellverfahrensrechts, der kartellrechtlichen Compliance und des Private Enforcements, d.h. der Verfolgung kartellrechtlicher Schadenersatzansprüche, behandelt. Die Veranstaltung ist mit der Vorlesung Kartellrecht verknüpft und bietet eine ideale Möglichkeit zur Wiederholung und Vertiefung sowie zur gezielten Vorbereitung auf die Schwerpunktprüfung.

Lauterkeitsrecht (Prof. Dr. Jänich)

Gegenstand der Vorlesung ist das Recht zum Schutz vor unlauterem Wettbewerb, in Deutschland geregelt im Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG). Das Lauterkeitsrecht bildet gemeinsam mit dem Kartellrecht das Wettbewerbsrecht im weiteren Sinne. Während das Kartellrecht den Schutz der Funktionsfähigkeit des Wettbewerbs bezweckt, steht im Lauterkeitsrecht der Schutz des Wettbewerbs, der Wettbewerber sowie der Verbraucher vor Verfälschungen durch unlautere geschäftliche Handlungen im Vordergrund. Zusammenfassend kann es als Sammlung von Marktverhaltensregeln verstanden werden. Im Gegensatz zu den Immaterialgüterrechten gewährt es keine absoluten Ausschließlichkeitsrechte, sondern lediglich abwehrrechtliche Ansprüche. Wie das Markenrecht dient das Lauterkeitsrecht auch dem Schutz vor Irreführungen.

Markenrecht (Dr. Ingerl, LL.M.)

Die Veranstaltung bietet eine systematische Einführung in das gesamte deutsche, europäische und internationale Kennzeichenrecht anhand vieler aktueller Beispielsfälle aus der Praxis, insbesondere von EuGH, BGH und BPatG. Themenschwerpunkte sind u.a.: Erwerb, Schutzumfang und Verwertung von Rechten an Marken, Unternehmenskennzeichen und Werktiteln nach dem MarkenG, einschließlich Slogans, 3-D-Marken und Farbmarken; Domain-Namen, internetspezifische Verletzungsformen; bekannte und berühmte Marken; Markenpiraterie; Überlappungen mit dem UWG; Schnittstellen zu BGB, UrhG und Design; europäische Unionsmarken; Schutz geographischer Herkunftsangaben; Registerverfahren vor DPMA und EUIPO; Anspruchslehre, Abmahnung, einstweilige Verfügung und Verletzungsprozess.

Sommersemester:

Urheberrecht (Prof. Dr. Jänich)

Das Urheberrecht ist ein Immaterialgüterrecht, das die Interessen des Urhebers an seinem Geisteswerk schützt. Geschützt sind Werke der Literatur, Musik und Kunst, aber auch Computerprogramme und Datenbanken. Durch das Internet hat das Urheberrecht erheblich an Bedeutung gewonnen. Es ist das zentrale Recht des Informationszeitalters. In der Veranstaltung werden unter anderem Erwerb und Inhalt des Rechts, die Lizenzierung von Urheberrechten sowie die Folgen von Rechtsverletzungen erörtert. Aufgrund der stark persönlichkeitsrechtlichen Prägung knüpft das Urheberrecht nahtlos an das Allgemeine Persönlichkeitsrecht des § 823 Abs. 1 BGB an und kann somit hervorragend als Einstieg in den Gewerblichen Rechtschutz dienen.

Privates Medienrecht / Medienrecht I** (Prof. Dr. Alexander)

Das Medienrecht ist eine vergleichsweise junge Querschnittsmaterie, die vielfältige Berührungspunkte zum Bürgerlichen Recht, zum Wettbewerbsrecht und zum Recht des Geistigen Eigentums aufweist. Gegenstand dieses Rechtsgebiets sind die vielfältigen Rechtsfragen der Tätigkeit von Massenmedien. Im Vordergrund stehen Presse, Rundfunk (Fernsehen und Hörfunk) sowie journalistisch-redaktionelle Telemedien. Die Vorlesung konzentriert sich auf die privatrechtlichen Aspekte des Medienrechts, berücksichtigt dabei aber auch die die verfassungsrechtlichen und unionsrechtlichen Bezüge. Themenschwerpunkte der Vorlesung bilden der Zugang zu Informationen (insbesondere Auskunftsansprüche von Medien und Grenzen der Informationsbeschaffung), der Schutz vor Rechtsverletzungen durch Medien (Persönlichkeits- und Unternehmensschutz) sowie die dadurch ausgelösten Ansprüche.

Internetrecht / Medienrecht II** (Prof. Dr. Alexander)

Angesichts der zunehmenden Bedeutung netzbasierter Kommunikation und Leistungen werden in der Vorlesung Internetrecht (Medienrecht II) ausgewählte Problembereiche näher vorgestellt und erläutert. Themenschwerpunkte sind: Verträge im Internet (insbesondere Vertragsabschlüsse im Internet, Verbraucherschutz im elektronischen Geschäftsverkehr, Verträge über digitale Inhalte), Internet-Plattformen (insbesondere Bewertungs-, Vertriebs- und Vergleichsplattformen), Online-Marketing (insbesondere Informations- und Transparenzpflichten) von Telemedienangeboten, Schutz vor Persönlichkeitsverletzungen im Internet und Verantwortlichkeit von Diensteanbietern.

(** Die Veranstaltungen Privates Medienrecht (Medienrecht I) und Internetrecht (Medienrecht II) finden im jährlichen Wechsel jeweils im Sommersemester statt. Die Vorlesungen bauen nicht aufeinander auf, sondern stehen selbstständig nebeneinander und ergänzen einander. Der Besuch beider Veranstaltungen wird gleichwohl empfohlen, um einen ganzheitlichen Überblick über das Rechtsgebiet zu erhalten.)

Patent-/Designrecht (Dr. Ingerl, LL.M.)

Die Veranstaltung bietet eine systematische Einführung in das Patent-, Gebrauchsmuster- und Designrecht unter besonderer Berücksichtigung des rechtsgebietsübergreifenden Schutzes von Produktinnovation und Produktdesign: Schutzvoraussetzungen, Schutzumfang, Verletzung, Verwertung und Vernichtung deutscher und (einheitlicher) europäischen Patente, Gebrauchsmuster, deutscher und europäischer Designs einschließlich der Schnittstellen zum Urheber- und Wettbewerbsrecht. Außergerichtliche und gerichtliche Durchsetzung von Verletzungsansprüchen in der Praxis.

Weitere Veranstaltungen:

Daneben bieten die Lehrstühle in unregelmäßigen Abständen weitere (Vertiefungs-) Veranstaltungen an.

  • Ergänzend veranstaltet der Lehrstuhl Prof. Dr. Jänich im Sommersemester 2018 ein Falltraining zum Recht des Geistigen Eigentums und Lauterkeitsrechts. Die Veranstaltung bietet eine gezielte Vorbereitung auf die Abschlussklausuren im Recht des Geistigen Eigentums und des Lauterkeitsrechts. Anhand aktueller Entscheidungen und sog. Klassikern soll den Studierenden die Methodik und Schwerpunktsetzung der juristischen Fallbearbeitungstechnik im grünen Bereich nähergebracht werden.
Kontakt und Downloads Inhalt einblenden

Bei Interesse an der Vertiefungsrichtung Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Medienrecht wenden Sie sich gern an die beteiligten Lehrstühle (Prof. Dr. AlexanderProf. Dr. Jänich).

Hier  [pdf 394KB]finden Sie die dargestellten Informationen in kompakter Form.

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