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Lehre

Aktuelles Vorlesungs- und Seminarverzeichnis
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Im Wintersemester 2021/22 werden die folgenden Veranstaltungen angeboten:

S - Recht und Rassismus Inhalt einblenden

Rassismus als ubiquitäres Phänomen durchdringt sämtliche gesellschaftlichen Teilbereiche. Historisch kann seine Wirkmächtigkeit bis in die Antike zurückverfolgt werden, in der das Konstrukt der „Barbaren“ einen Legitimationsaspekt der Sklaverei lieferte. Ab dem Spätmittelalter läutete eine teils religiös begründete Essentialisierung von Menschen die Zeitrechnung des modernen Rassismus ein und zementierte durch die Kolonialisierung und Versklavung Afrikas das Konzept der „weißen Vorherrschaft“. Im Nationalsozialismus instigierten diese Ausprägungen zum zivilisatorischen Bruch und reichten so in das 20. Jahrhundert hinein. Heute zeigen sowohl ein struktureller Rassismus, Alltagsrassismus, rassistisch motivierte Anschläge einschließlich neonazistischer Netzwerke unweigerlich auf, dass der Problemkomplex Rassismus längst nicht überwunden, sondern allgegenwärtig ist.

Das Recht scheint im Kampf gegen die Wirkweisen des Rassismus in seinen mannigfaltigen Facetten Instrumente bereitzustellen. Exemplarisch sei hier neben dem verfassungsrechtlichen Schutz aus Art. 3 Abs. 3 S. 1 GG auf das Strafrecht, das AGG sowie das Völker- und Europarecht verwiesen. Antirassistische Rechtskritik erblickt in ihm jedoch nicht per se das probate Mittel zur Bekämpfung des Phänomens und deutet auf die Festschreibung kolonialer Relikte hin. Eindringlich zeige sich dies im Antidiskriminierungsrecht, welches paradoxerweise von rassistischen Implementierungen geprägt sei. Im Mittelpunkt der Kritik stehen daher Verflechtungen von Recht und Rassismus.

Das Seminar gibt Raum, die verschiedenen Facetten von Rassismus und Recht zu beleuchten. Neben der historischen Dimension können auch aktuelle Aspekte des Problems aus philosophischer, soziologischer oder rechtlicher Perspektive erhellt werden. Das Seminar gibt Gelegenheit, neben Übungsseminararbeiten auch Wissenschaftliche Arbeiten in den Schwerpunktbereichen 1, 4 und 6 zu verfassen.

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V - Grundzüge der Rechtstheorie und Rechtssoziologie einschließlich Methodenlehre Inhalt einblenden

Die Vorlesung vermittelt einen Überblick über die Grundfragen von Rechtstheorie und Rechtssoziologie, wobei die theoretische und soziologische Perspektive sich nicht ausschließen, sondern einander ergänzen. Im Vordergrund der Vorlesung stehen Begriff, Funktion und Geltung des Rechts. Vorgestellt werden die wichtigsten literarischen Ausarbeitungen zu den genannten Themenfeldern.

Die Veranstaltung dient dem Erwerb des Grundlagenscheins Rechtstheorie und Rechtssoziologie gem. § 16 Abs. 2 Ziff. 1 ThürJAPO. Hierfür wird am Ende des Semesters eine Abschlussklausur angeboten.

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Im Sommersemester 2021 werden die folgenden Veranstaltungen angeboten:

S - Feministische Rechts- und Staatstheorie Inhalt einblenden

Das Programm feministischer Rechtswissenschaft hat sich über die Jahre seiner Artikulation keineswegs erledigt. Nach wie vor können etwa gesellschaftliche Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern in puncto Berufsperspektiven ausgemacht werden. Ihre Überwindung via Quotenregelungen wird kontrovers diskutiert und führt zur Frage der Legitimität eines geschlechtsneutralen Rechts. Aktuell liefert die Corona-Krise eine Problemanzeige hinsichtlich der Rollenverteilung bei der Kinderbetreuung und der Kapazitäten von Frauenschutzhäusern. Recht und Staat stehen in der Perspektive feministischer Theoriebildung gerade nicht auf neutralem Posten, sondern formen, ja konstruieren Geschlechterverhältnisse, um sie entweder traditionell fortzuschreiben oder zu transformieren. Feministische Rechtskritik insistiert dabei auf einem materiellen Gleichheitsbegriff, da ein formaler am Ende die bestehenden Verhältnisse nur affirmiere. Überhaupt sollen die Doktrinen der bislang maskulin dominierten Rechtsdogmatik auf den Prüfstand gestellt werden. Exemplarisch kann auf die gegenwärtige Kontroverse um die Paritätsgesetze für Landtagswahlen verwiesen werden. Letztlich geht es um eine kritische Neubestimmung der Staats- und Rechtsform, um einen veränderten Blick auf den modernen liberalen wie demokratischen Verfassungsstaat.
Das Seminar gibt Raum, die Geschlechterverhältnisse im Recht zu debattieren, angefangen beim Schwangerschaftsabbruch, über (Mehrfach)Diskriminierungen, Fragen von Quoten, des Transsexuellenrechts sowie des dritten Geschlechts hin zu eigenen Themenvorschlägen aus dem Kreis der Studierenden. Soweit es das höchstwahrscheinlich digitale Sommersemester erlaubt, werden insbesondere zur Stärkung des interdisziplinären Anspruchs externe Wissenschaftler:innen hinzugezogen. Das Seminar gibt Gelegenheit, neben Probearbeiten auch Wissenschaftliche Arbeiten in den Schwerpunktbereichen eins, vier und 6 zu verfassen.

V - Grundzüge der Rechtsphilosophie und der Argumentationslehre Inhalt einblenden

Die Vorlesung führt in Grundpositionen sowie Grundlagen der Rechtsphilosophie, juristischen Methoden- und Argumentationslehre ein und wird auch in diesem Semester digital stattfinden.

Die Veranstaltung dient dem Erwerb des Grundlagenscheins Rechtsphilosophie gem. § 16 Abs. 2 Ziff. 1 ThürJAPO. Hierfür wird am Ende des Semesters eine Abschlussklausur angeboten.

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