6. Jenaer Medienrechtliche Gespräche

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show Content Thema

Jugendschutz 4.0?

Benötigt der Jugend(medien)schutz ein Update für die digitale Welt?

 Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist ein zentrales Anliegen unserer Rechtsordnung. Dies schließt einen Schutz vor Medieninhalten ein, von denen Gefährdungen für Kinder und Jugendliche ausgehen. Angesichts der stetigen Veränderung der Medienwirklichkeit stellt sich die jedoch Frage, ob der Jugend(medien)schutz in seiner heutigen Gestalt leistungs- und zukunftsfähig ist oder ein Update für die digitale Welt benötigt. 

Kinder und Jugendliche wachsen heute mit digitalen Medien auf. Sie sind „digital natives“, die Nutzung solcher Medien ist für sie ganz selbstverständlich. Deswegen können Kinder und Jugendliche jedoch bereits früh mit Inhalten auf Internetseiten, in Spielen, in sozialen Netzwerken usw. konfrontiert werden, die einen Schutz erforderlich machen. Doch wie kann ein solcher Schutz in einer digitalisierten und vernetzten Medienwelt gewährleistet werden? Diese Frage stellt sich besonders drängend vor dem Hintergrund, dass die Instrumente des Jugend(medien)schutzes überwiegend in einer Zeit entstanden sind, in der die Digitalisierung und Vernetzung noch längst nicht den heutigen Entwicklungsstand erreicht hatte.

 Hinzu kommt, dass im geltenden Jugend(medien)schutz unterschiedliche gesetzliche Regelungen, Kompetenzen und Institutionen ineinandergreifen. Ist eine solche Zersplitterung angesichts der stürmischen technischen Entwicklung noch angemessen? Welche Bedeutung kommt der privaten, behördlichen und strafrechtlichen Rechtsdurchsetzung zu? Wo liegen Defizite und wie können diese behoben werden? Welchen Stellenwert hat die Selbstkontrolle durch Unternehmen?

 Nicht zuletzt muss berücksichtigt werden, dass der Jugend(medien)schutz sehr stark durch die jeweils geltenden Anschauungen und Wertungen unserer Gesellschaft geprägt wird, die jedoch einem stetigen Wandel unterliegen. Inhalte, die in der „Frühzeit“ der digitalen Welt möglicherweise als gefährdend eingestuft wurden, wirken nur wenige Jahre später möglicherweise ganz harmlos. Zeigt sich hier eine bloße „Abstumpfung“ oder müssen die Bewertungskriterien überdacht werden?

 Die 6. Jenaer Medienrechtliche Gespräche von Friedrich-Schiller-Universität und Thüringer Landesmedienanstalt möchten Gelegenheit geben, über den heutigen Stand und die künftigen Herausforderungen für den Jugend(medien)schutz zu diskutieren. Medienschaffende, Mediennutzer und alle medienrechtlich Interessierten sind herzlich zu dieser Veranstaltung eingeladen.

Den Flyer zu der Veranstaltung können Sie hier herunterladen.

show Content Programm

 16.00 Uhr

Eröffnung
Jochen Fasco, Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt

Prof. Dr. Christian Alexander, Friedrich-Schiller-Universität Jena

16.15 Uhr

Sex & Crime im Netz - Regulierte Selbstregulierung

Holger Herzog, LL.M., jugendschutz.net, Mainz

16.35 Uhr

Politischer Extremismus im Strafverfahren – Aktuelle Entwicklungen und Probleme

Ulf Walther, Staatsanwaltschaft Mühlhausen

16.55 Uhr

Alterskennzeichnung für Online-Spiele und Apps in der digitalen Welt

Marie-Blanche Stössinger

Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), Berlin

17.15 Uhr

NetzDG als neues Instrument des Jugendmedienschutzes

Dr. Melissa Sayiner, Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Berlin

17:35 Uhr

Podium und Diskussion

18:45 Uhr

Ausklang bei einem kleinen Empfang