Prof. Dr. Giesela Rühl

Wissenschaftlicher Werdegang

Professor Dr. Giesela Rühl, LL.M. (Berkeley) ist seit 2010 Inhaberin des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht, Internationales Privat- und Prozessrecht, Europäisches Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Zuvor war sie Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, Wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für ausländi­sches und internationales Privatrecht in Hamburg, Max Weber Fellow am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz (Italien), Max Planck Visiting Fellow an der University of Cambridge (England) und Joseph Story Research Fellow an der Harvard Law School in Cambridge (USA). In den Jahren 2012 und 2014 hat sie Rufe an die Universitäten Regensburg und Frankfurt (Oder) abgelehnt. 

Frau Professor Rühl reist regelmäßig zu Lehr- und Forschungszwecken ins Ausland. Zuletzt nahm sie Einladungen in die USA (Duke University, University of Illinois), nach Australien (University of Sydney), und nach Japan (Kyushu University) an. Im Herbst 2018 wird sie als Academic Visitor am Institute for Comparative and European Law der University of Oxford (England) und an der London School of Economics and Political Science (LSE) forschen.

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Prof. Dr. Giesela Rühl, LL.M. (Berkeley)

Ausbildung und Auszeichnungen

Frau Professor Rühl hat in Bonn und Lausanne (Schweiz) mit Unterstützung der Studienstiftung des deutschen Volkes und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes Rechtswissenschaft studiert und vor den Oberlandesgerichten Köln und Hamburg die beiden Juristischen Staatsprüfungen abgelegt. Im Jahr 2001 erwarb sie, gefördert durch das European Recovery Programme der Studienstiftung des deutschen Volkes, einen Master of Laws an der University of California at Berkeley (USA). Promoviert wurde sie im Jahr 2003 durch die Universität Hamburg mit einer rechtsvergleichenden, von der Studienstiftung des deutschen Volkes geförderten und von der Max-Planck-Gesellschaft mit der Otto-Hahn-Medaille ausgezeichneten Arbeit zur Harmonisierung des Versicherungsver­tragsrechts in Europa. Ebenfalls durch die Universität Hamburg wurde sie im Jahr 2010 habilitiert. Gegenstand ihrer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Habilitationsschrift waren die ökonomischen Grundlagen des Internationalen Privatrechts. Im Jahr 2013 wurde Frau Professor Rühl von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina als erste Juristin mit der Carus-Medaille für ihre innovative Forschung auf dem Gebiet des Internationalen Privat- und Prozessrechts ausgezeichnet. Internationale Anerkennung erfuhr ihre Arbeit im Jahr 2018 mit der Verleihung eines Certificate of Merit durch die American Society of International Law.

 

Forschungsgebiete, Publikations- und Gutachtertätigkeit

Frau Professor Rühl beschäftigt sich in ihrer Forschungsarbeit mit den internationalen Dimensionen des Privat- und Prozessrechts. Ihr Veröffentlichungen konzentrieren sich auf den Bereich des (Europäischen) Internationalen Privat- und Prozessrechts (einschließlich des Rechts der außergerichtlichen Streitbeilegung) sowie auf den Bereich des Europäischen Privatrechts. Einen Schwerpunkt bilden dabei das (internationale und europäische) Vertrags- und Deliktsrecht sowie das (internationale und europäische) Verbraucherschutzrecht. Methodisch macht sich Frau Professor Rühl insbesondere die Erkenntnisse der Rechtsvergleichung der der ökonomischen Theorie zu nutze.

Frau Professor Rühl ist Autorin zweier Monographien auf dem Gebiet des Internationalen und des Europäischen Privatrechts (Statut und Effizienz, Mohr Siebeck 2011; Obliegenheiten im Versicherungsvertragsrecht, Mohr Siebeck 2004) und (Mit-) Herausgeberin von zwei Bänden zum (Europäischen) Internationalen Privatrecht (Eckart Gottschalk/Jan von Hein/Ralf Michaels/Giesela Rühl (Hrsg.), Conflict of Laws in a Globalized World, Cambridge University Press, 2007; Jan von Hein/Giesela Rühl (Hrsg.), Kohärenz im Internationalen Privat- und Verfahrensrecht der Europäischen Union, Mohr Siebeck, 2016). Sie ist außerdem Mit-Herausgeberin der 4-bändigen Encyclopedia of Private International Law (Jürgen Basedow/Giesela Rühl/Franco Ferrari/Pedro de Miguel Asensio (Hrsg.), Encyclopedia of Private International Law, Edward Elgar, 2017).

Neben ihrer Publikationstätigkeit ist Frau Professor Rühl regelmäßig als Sachverständige tätig. Zuletzt hat sie zudem verschiedene Studien für den Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments verfasst.

 

Mitgliedschaften, Funktionen, Ehrenämter

Frau Professor Rühl ist (Gründungs-) Mitglied und (Gründungs-) Direktorin des Center for European Studies (CEuS) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie Mitglied des Erweiterten Direktoriums des Schumpeter-Zentrums. Sie ist außerdem (Mit-) Herausgeberin des Informa­tions- und Diskussionsportals Conflict of Laws.net, Mitglied des Editorial Board des Journal of European Consumer and Market Law (EuCML), assoziiertes Mitglied der International Academy of Comparative Law und Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und der Künste. Von 2010 bis 2015 war sie Mitglied der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgi­schen Akademie der Wissenschaft und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, von 2009 bis 2013 Mitglied des DFG-Netzwerks "Private Macht und privatrechtliche Gestaltungsfreiheit".

Seit 2013 gehört sie zum Regionalvorstand der Deutsch-Amerikanischen Juristen-Vereinigung (DAJV) sowie zu den Mentoren des TANDEM-Stipendienprogramms für "First Generation Students" der Deutschen Universitätsstiftung. Seit 2014 ist sie Vertrauensdozentin der Studienstiftung des deutschen Volkes und seit 2018 Liaison Professor der Fulbright Commission. Sie ist außerdem Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler wissenschaftlicher Vereinigungen.


Publikationen und Vorträge

Eine Übersicht über die von Frau Professor Rühl verfassten Publikationen findet sich hier. Eine Liste der von ihr gehaltenen Vorträge lässt sich hier einsehen.