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Forschung

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Foto: Adrian Schmidt-Recla

"Imperfekte" Menschen und ihre Stellung im Recht

Mündige, handlungs- und geschäftsfähige Menschen stehen im Mittelpunkt des Rechts. Sie setzen es ein, an sie ist es adressiert. Dieses Idealbild scheitert oft: Menschen, deren Handlungsfähigkeit beeinträchtigt ist, benötigen Schutz - und die Gemeinschaft bedarf nicht selten auch des Schutzes vor solchen Personen. Die Frage nach dem rechtlichen Umgang mit Menschen, die infolge von Alter oder Krankheit nicht voll handlungsfähig sind, lassen sich entweder dem klassischen Zivil- oder Strafrecht oder dem spezielleren Querschnittsgebiet "Medizinrecht" zuweisen. Dabei ist meist schon fraglich, welche Eigenschaften einen Menschen so "imperfekt" erscheinen lassen, dass das Recht darauf eingehen muss. Rechtshistoriker/innen können anhand der Rechtsregeln, die auf die zeit- und kontextgebundenen Antworten auf diese Zentralfrage aufbauen, sehr unterschiedliche Beobachtungen machen.

Privatrecht und Medizinrecht

Themen aus dem Erbrecht des BGB werden für den Nomos-Handkommentar Pflichtteilsrecht, das Nachlassverfahrensrecht für den ZErb-Praxiskommentar betreut. Aus dem Familienrecht wird das Abstammungsrecht für den BGB-Kommentar von Soergel bearbeitet. Die Ankernormen des materiellen Betreuungsrechts (§§ 1896, 1901, 1902, 1903 BGB) werden im Zusammenhang für den Beck'schen Online Großkommentar zum BGB wissenschaftlich begleitet. Das Betreuungsrecht ist wegen seiner intensiven Eingriffe und wegen der gesellschaftlichen Alterung ein Schlüsselthema dafür, Rechts- und Sozialstaatlichkeit auszubalancieren. Widersprüche müssen aufgedeckt und danach befragt werden, ob das Privatrecht adäquate Steuerungsmittel bereithält.

Darüber hinaus wird das Betreuungs- und Unterbringungsverfahrensrecht für den Münchener Kommentar zum FamFG betreut. Hier geht es darum zu überprüfen, ob und wie das Verfahrensrecht dem Betreutenwohl angemessen dient. Die Forschungen zum geltenden Medizinrecht konzentrieren sich auf die Bereiche Arzthaftungsrecht allgemeinFortpflanzungsmedizin, Transplantationsmedizin, Arztpflichten im Arztvertrag, auf die Abgrenzung des ärztlichen Standesrechtes vom allgemeinen öffentlichen und privaten Recht, auf die Probleme des Behandlungsabbruchs am Lebensende, der psychiatrischen Zwangsbehandlung und der Patientenverfügung.

deutsche und europäische Rechtsgeschichte

Themen der rechtsgeschichtlichen Forschungsarbeit sind das mittelalterliche und das frühneuzeitliche Privatrecht (v.a. anhand der Rechtsbücher - hier insbesondere des Sachsenspiegels und vorhandener Schöffen- und Gerichtsbücher), die juristische Zeitgeschichte mit einer besonderen Schwerpunktsetzung auf das Privatrecht der ehemaligen DDR und die Wissenschaftsgeschichte der Jurisprudenz. Zur rechtshistorischen Analyse des Rechts der DDR und zur Erhaltung und Systematisierung zahlreicher bislang noch nicht erschlossener Rechtsquellen besteht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in Jena eine Forschungsstelle DDR-Recht.

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