Wie weiter mit dem Völkerrecht?

Neu an der Universität: Isabelle Ley lehrt als Professorin Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht

Prof. Isabelle Ley lehrt Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht an der Universität Jena.

Foto: Nicole Nerger (Universität Jena)
Prof. Isabelle Ley lehrt Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht an der Universität Jena.
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Meldung vom: | Verfasser/in: Stephan Laudien
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Ob der Irankrieg, der russische Überfall auf die Ukraine oder das Kommandounternehmen zur Entführung des Venezolaners Nicolas Maduro: Vielerorts wird gegenwärtig das bestehende Gewaltverbot umgangen, ignoriert oder umgedeutet. Das Völkerrecht ist enormen Belastungsproben ausgesetzt. Dennoch sei das Völkerrecht per se nicht tot, sagt die Rechtswissenschaftlerin Prof. Dr. Isabelle Ley von der Friedrich-Schiller-Universität Jena: »Das Völkerrecht umfasst weit mehr als die Regeln zur Anwendung von Gewalt.« Angesichts der engen Verflechtungen der Staaten gebe es einen riesigen Bedarf nach Regelungen und einvernehmlichen Problemlösungen in einer Umbruchsphase, sagt Isabelle Ley, die nach zwei Vertretungssemestern nun Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht in Jena lehrt. 

Gemeinsam mit Studierenden und Mitarbeitern nach Antworten suchen   

Die gegenwärtigen Brüche des Rechts untergraben das Vertrauen in seine Einhaltung, das Recht erodiert. Das werfe die Frage auf, wie damit umzugehen ist: »Sollten die Ansprüche zurückgefahren werden oder ist es besser, das Recht hochzuhalten?«, sagt Isabelle Ley. Antworten müsse auch die Politik finden. Welchen Platz nimmt Deutschland ein? Welche Positionen beziehen die Länder des Globalen Südens, wie verändert sich die Rolle Europas?

An Versuchen, die Einhaltung des Rechts einzufordern, mangele es keineswegs, konstatiert Isabelle Ley. Instanzen wie der Internationale Gerichtshof in Den Haag seien aktuell sehr aktiv, doch sei fraglich, ob ihre Urteile auch umgesetzt werden. Politische Machtverhältnisse und Blockaden im internationalen System erschweren das häufig. »Gemeinsam mit den Studierenden und meinem Team suche ich selbst nach Antworten«, sagt Professorin Ley.

Ziel sei es, den Hörsaal für Diskussionen zu öffnen, die Studierenden zu eigenen Urteilen zu befähigen. Diesem Anliegen dient auch der Philipp C. Jessup Moot Court, den Isabelle Ley für die Jenaer Studierenden anbietet. Dabei wird ein fiktiver Fall vor dem Internationalen Gerichtshof nach den Grundsätzen eines tatsächlichen Verfahrens verhandelt. Es sei eine tolle Chance für angehende Juristen, sich weiterzubilden, englische Sprachkenntnisse, die eigene Rhetorik und die Arbeit im Team zu üben und zu verbessern.   

Kooperationen über Fachgrenzen hinweg 

Geboren wurde Isabelle Ley während eines Aufenthalts ihrer Eltern in New York, aufgewachsen ist sie in Berlin. Nach dem Abitur begann sie Philosophie zu studieren und wechselte dann zu den Rechts- und Politikwissenschaften: »Mir gefiel die Verbindung aus Praxisbezug und unterschiedlichen Ebenen der Abstraktion.« Stationen waren Heidelberg, Paris, New York und Hamburg. Ihre Doktorarbeit schrieb Isabelle Ley an der Humboldt-Universität Berlin zum Thema »Opposition im Völkerrecht«. Nach dem zweiten Staatsexamen am Kammergericht Berlin arbeitete sie von 2013 bis 2017 Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg.

2019 war sie als Amtsrichterin in Berlin tätig. Ihre Habilitationsschrift über Rüstungsexportkontrolle reichte sie in Heidelberg ein. Jetzt, an der Universität in Jena, möchte Isabelle Ley ihre Lehre für die Politikwissenschaft öffnen und auch mit den Staatswissenschaftlern in Erfurt kooperieren. Isabelle Ley ist verheiratet und Mutter zweier Kinder. Sie wohnt zwar in Berlin, nennt Jena aber eine charmante Stadt: »Hier ist viel los, es ist sehr lebendig und prima ist auch, dass man schnell in der Natur ringsum sein kann!« Es sei darüber hinaus beeindruckend, was in Jena historisch gesehen geleistet wurde. Zu ihren Lieblingsplätzen gehört der Botanische Garten. Dieser ruhige Ort sei bestens geeignet, über die aktuellen Verwerfungen im Völkerrecht nachzudenken. 

Kontakt: 

Isabelle Christina Ley, Univ.-Prof. Dr.

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