SB 2: Unternehmen und transnationale Wirtschaft
Informationen zum Schwerpunkbereich "Unternehmen und transnationale Wirtschaft" der Rechtswissenschaftlichen Fakultät
Jena mit Laser
Foto: Nicole Nerger (Universität Jena)
Warum diesen Schwerpunkt wählen?
- Internationale Bezüge
- Viele aktuelle Entwicklungen
- Bezüge zur Wirtschaftspraxis
- Lehrende aus der Praxis
- Interdisziplinarität: besondere Einbeziehung auch wirtschaftlicher und strategischer Überlegungen
- Schnittmengen mit dem Pflichtstoff (z. B. Kaufrecht, Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Zivilverfahrensrecht)
Im Folgenden finden Sie ausführliche Informationen zu den angebotenen Veranstaltungen, zum empfohlenem Verlauf des Schwerpunktstudiums und zu Karrierechancen, die sich bei einer Vertiefung auf den Gebieten der Unternehmen und der transnationalen Wirtschaft bieten.
Informationen im Überblick
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Inhalte
Das Studium im Schwerpunktbereich Unternehmen und transnationale Wirtschaft (SB2) vereint Inhalte aus dem Unternehmensrecht und dem internationalen Wirtschaftsrecht, insbesondere dem internationalen Privat- und Verfahrensrecht.
Zum Unternehmensrecht zählen neben dem Gesellschaftsrecht Rechtsgebiete wie das Konzern- und Umwandlungsrecht und das Kapitalmarktrecht. Dabei richtet sich der Blick immer auch auf die europäischen und internationalen Bezüge. Das internationale Privat- und Verfahrensrecht regelt, welche Rechtsordnung auf Sachverhalte mit internationalen Bezügen Anwendung findet und welche Gerichte für die Klärung von Streitfragen zuständig sind. Das internationale Wirtschaftsrecht umfasst außerdem das UN-Kaufrecht, das materielles Einheitsrecht für einen Großteil des internationalen Handels schafft, und die internationale Schiedsgerichtsbarkeit, die bei internationalen Rechtsstreitigkeiten regelmäßig gegenüber der staatlichen Gerichtsbarkeit bevorzugt wird.
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Berufliche Perspektiven
Studierende erwerben mit dieser Spezialisierung eine hervorragende Grundlage für alle juristischen Tätigkeiten, bei denen es um die Beratung von Unternehmen, um Transaktionen mit internationalem Bezug oder um die Lösung von (auch internationalen) Konflikten geht. Hierzu zählen etwa Tätigkeiten in der Justiz, in mittelständischen und großen Kanzleien, Unternehmen, Verbänden und internationalen Organisationen. Auch in Behörden des Bundes oder der Europäischen Union sind die im SB2 vermittelten Kenntnisse gefragt.
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Lehrangebot
Wintersemester
Unternehmensrecht (Prof. Dr. Lübke)
Die Vorlesung Unternehmensrecht behandelt, aufbauend auf der Vorlesung Gesellschaftsrecht (Pflichtstoff), insbesondere das Kapitalgesellschaftsrecht. Im Mittelpunkt stehen die Gründung und die Organisations- und Finanzverfassung von AG und GmbH (Organe und Zuständigkeiten; Kapitalaufbringung, Kapitalerhaltung und Kapitalmaßnahmen). Die Vorlesung gibt darüber hinaus einen kurzen Einblick in das Konzern-, Umwandlungs- und Kapitalmarktrecht und damit in das besondere rechtliche Umfeld, in dem sich vor allem große Unternehmen bewegen.
- Vorkenntnisse (empfohlen): Gesellschaftsrecht (Pflichtstudium)
Internationales Privatrecht (Prof. Dr. Müller-Berg)
Das Internationale Privatrecht (auch: Kollisionsrecht) bestimmt bei privatrechtlichen Sachverhalten mit Auslandsberührung das jeweils anwendbare nationale Sachrecht und hat damit für die zivilrechtliche Praxis überragende Bedeutung. Welches Recht ist z.B. bei internationalen Verträgen anwendbar? Welche Möglichkeiten gibt es, das im Vorhinein durch Vereinbarung zu bestimmen? Die Vorlesung führt in einem Allgemeinen Teil in die Rechtsquellen und Struktur von Kollisionsnormen ein und vermittelt methodische Grundlagen. Im Besonderen Teil werden exemplarisch das Personalstatut und das anwendbare Recht bei Verträgen und bei deliktischen Handlungen besprochen.Sommersemester
Europäisches Gesellschafts- und Unternehmensrecht (Prof. Dr. Lübke)
Das Europäische Gesellschafts- und Unternehmensrecht nimmt den ganz ausgeprägten Einfluss des Primärrechts (Grundfreiheiten) und des Sekundärrechts (Richtlinien, Verordnungen) der EU auf das Gesellschaftsrecht der Mitgliedstaaten in den Blick. Neben methodischen Grundlagen werden die gesellschaftsrechtlichen Richtlinien und die supranationalen Gesellschaftsformen (z. B. die SE) besprochen.
- Vorkenntnisse (empfohlen): Unternehmensrecht, Europarecht
Internationales Zivilverfahrensrecht (Prof. Dr. Müller-Berg)Die Vorlesung vermittelt die Grundlagen des Internationalen Zivilverfahrensrechts, erläutert die Einbettung in das nationale Verfahrensrecht und zeigt völkerrechtliche Grenzen der Gerichtsgewalt auf. Welche Gerichte sind z.B. zuständig, wenn ein Händler aus Dublin die von einer Verbraucherin aus Jena online bestellte Golfausrüstung nicht liefert? Könnte die Verbraucherin ein deutsches Urteil in Irland vollstrecken? Auch wenn der Verkäufer der Präsident der USA wäre?
- Vorkenntnisse (empfohlen): ZPO I (Pflichtstudium)
Internationales Kaufrecht (Prof. Dr. Müller-Berg)Besprochen werden die Grundlagen des Internationalen UN-Kaufrechts (CISG). Das CISG ist ein völkerrechtliches Übereinkommen, das Regelungen zu internationalen Kaufverträgen enthält. Ein besonderer Fokus liegt auf den Unterschieden zum nationalen Kaufrecht.
- Vorkenntnisse (empfohlen): Schuldrecht AT und Kaufrecht (Pflichtstudium)
Je nach Kapazität werden auch Vorlesungen zum Recht des digitalen Binnenmarkts und zum Internationalen Privatrecht II (Vertiefung) angeboten.
Das Angebot der Lehrstühle wird ergänzt durch Veranstaltungen aus Praktikersicht. Regelmäßig finden statt:
- Internationales Schiedsverfahrensrecht (Prof. Dr. Wilske, Wintersemester)
Die Veranstaltung vermittelt die Grundlagen der außergerichtlichen Streitbeilegung für grenzüberschreitende Wirtschaftsstreitigkeiten. Sie behandelt die Unterschiede zur staatlichen Gerichtsbarkeit, die Schiedsvereinbarung, das Schiedsgericht, das Schiedsverfahren sowie Erlass und Vollstreckung des Schiedsspruchs.
- Grundzüge des US-amerikanischen Wirtschaftsrechts (Prof. Dr. Wilske, Sommersemester)
Die Vorlesung bietet Studierenden einen Einblick in das Handels- und Wirtschaftsrecht der USA und zeigt seinen Einfluss auf die Rechtsentwicklung in anderen Teilen der Welt auf. US-Gastdozenten tragen in englischer Sprache vor.
- Mergers & Acquisitions (Dr. Illhardt, Sommersemester)
Anhand einer begleitenden Case-Studie, und auch anhand von Präsentationen und Verhandlungssimulationen, erarbeiten die Studierenden schrittweise den Prozess eines Unternehmenskaufs (u. a. Vorbereitungsphase, Due Diligence, Vertragsdokumente, Closing).
(Leistungsnachweis im Schwerpunkt oder Erwerb eines Schlüsselqualifikationsnachweises möglich) -
Möglicher Studienverlauf
Beginn im Wintersemester
- 5. Semester: Unternehmensrecht und Internationales Privatrecht (4 SWS)
- 6. Semester: Europäisches Gesellschafts- und Unternehmensrecht und Internationales Zivilverfahrensrecht (4 SWS)
Ggf. auch schon hier: Internationales Kaufrecht oder Grundzüge des US-amerikanischen Wirtschaftsrechts oder Mergers & Acquisitions - 7. Semester: ggf. Internationales Schiedsverfahrensrecht
- 8. Semester: Internationales Kaufrecht oder Grundzüge des US-amerikanischen Wirtschaftsrechts oder Mergers & Acquisitions
Ab dem 6. Semester jederzeit Probeseminar und danach Examensseminar (insgesamt 3 SWS)
Beginn im Sommersemester
- 5. Semester:
Ggf. hier schon Internationales Kaufrecht oder Grundzüge des US-amerikanischen Wirtschaftsrechts oder Mergers & Acquisitions - 6. Semester: Unternehmensrecht und Internationales Privatrecht (4 SWS)
- 7. Semester: Europäisches Gesellschafts- und Unternehmensrecht und Internationales Zivilverfahrensrecht (4 SWS) und
Internationales Kaufrecht oder Grundzüge des US-amerikanischen Wirtschaftsrechts oder Mergers &
Acquisitions - 8. Semester: ggf Internationales Schiedsverfahrensrecht
Ab dem 7. Semester jederzeit Probeseminar und danach Examensseminar (insgesamt 3 SWS)
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Probeseminare und Examensseminare
Prof. Dr. Lübke und Prof. Dr. Müller-Berg bieten grds. in jedem Semester je ein Probe- und ein Examensseminar zu wechselnden Themen des Schwerpunktbereichs an. In den Probeseminaren werden insbesondere aktuelle Entwicklungen und Diskussionen aufgegriffen. Gelegentlich werden interdisziplinäre Probeseminare angeboten. Examensseminare umfassen ein breites Themenspektrum; die Teilnehmenden können das Rechtsgebiet ihrer Examensarbeit eingrenzen.
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Ergänzung durch Veranstaltungen anderer Schwerpunktbereiche
Ergänzend können geeignete Veranstaltungen anderer Schwerpunktbereiche besucht werden:
- Kartellrecht
- Patent- und Designrecht
- Europäisches und deutsches öffentliches Wirtschaftsrecht; Beihilfe- und Vergaberecht
- Einführung in das Energiewirtschaftsrecht
- Steuerrecht: z. B. Unternehmenssteuerrecht, Umsatzsteuerrecht
- Vertragsgestaltung
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Willem C. Vis Moot Court
Jedes Jahr im März findet in Wien der Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot CourtExterner Link statt. Dabei handelt es sich um einen von der Pace University in New York gegründeten Wettbewerb für Jura-Studenten:innen aus der ganzen Welt. Er verlangt von den Studenten:innen, dass sie in einem simulierten Schiedsverfahren als als Anwält:innen auftreten und in vorbereitenden Schriftsätzen sowie mündlichen Verhandlungen die Interessen ihrer fiktiven Mandantschaft vertreten. Mit inzwischen weit über 300 teilnehmenden Universitäten ist der von der Pace University in New York gegründete Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot der weltweit größte Wettbewerb dieser Art.
Kontakt: vis.mootcourt@uni-jena.de
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Kontakt
Bei Fragen wenden Sie sich gern an:
Prof. Dr. Julia Lübke, LL.M. (Harvard)
julia.luebke@uni-jena.deProf. Dr. Michael Müller-Berg, LL.M. (Austin)
michael.mueller@uni-jena.deAktueller Flyer als downloadpdf, 1011 kb